Woran kann es liegen, dass es seit zwei Tagen keinen Beitrag an dieser Stelle gab? Entweder ging es ihr nicht gut oder es ging ihr sehr gut, mögt Ihr Euch gefragt haben. Ich sage nur: Paris und Stoffe! Heißt, ich war in meinem Element und jede klitzekleinste Minute war ausgefüllt mit Eindrücken, Gesprächen, kreativen Überlegungen und Entscheidungen. Drei Kollektionen galt es zu jeweils schlüssigen Bilder zu fügen und gleichzeitig Toska in ihrem neuem Umfeld mit Blick auf den Eiffenturm zu erleben. Paris, mon amour!

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Langsam bin ich gereist, mit dem Zug von Hamburg über Mannheim (die 50 Minuten genutzt, um das Schloss dort zu sehen und mir die Beine zu vertreten) zum Gare de l’Este. Es fühlt sich an, als wäre es hundert Jahre her, dabei liegen dazwischen nur drei Tage, gefüllt mit unendlich vielen neuen Eindrücken: die Straßen, die Plätze, die Cafés, die Lichter, die Farben mit den vorbeihuschenden Menschen, die das Savoir-Plaire noch schätzen.

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Hübsch sehen sie aus, die Pariserinnen und auch die Männer dazu. Nun sitze ich im eleganten Thalys vom Gare du Nord, über Brüssel, nach Köln und weiter im ICE nach Hamburg. Ich kann nachholen, was ich bislang nicht notiert habe, denn die Reise dauert und gibt mir den Raum dafür, die Gedanken fließen zu lassen.

ThalysReise Thalys

Die Dinge ändern sich und auch die Mode muss sich der neuen Zeit anpassen. Wir diskutieren endlos, überall, wo wir gehen, stehen, sitzen … Das “re-” als Vorsilbe wird zum Programm: Re-Designing the Future, Re-create, Re-pair, Re-cycling und dann über allem Re-Luxury. Was sich für die Sommer 2019 Kollektion vor einem Jahr andeutete, die Nachhaltigkeit, die Überlegungen zur Zukunft, der Klimawandel, das setzt sich fort und ist nun auch bei den Stoff-Designern angelangt, jedenfalls bei denen, die schon seit vielen Jahren zu meinen Partnern gehören.

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Es geht nicht mehr nur darum, Stoffe zu produzieren, Modelle zu kreieren, Geschichten zu erzählen, es müssen die richtigen sein: Nun gibt es plötzlich Tülle aus alten Tüllen, Knöpfe aus alten Knöpfen und Cashmere aus altem Cashmere. Die vielfach ausgezeichnete italienische Firma Marini, mit der wir ganz neu kooperieren, bringt es auf den Punkt:

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“Our family started making fabrics in 1945. Today, after decades of hard work and innovation, the 3rd generation creates the best materials for your garment, always taking care of the planet and the future generations. (…) All our suppliers work in Prato with a single purpose: bring clothing back to life, turning them into sophisticated cashmere fabrics. Form old cashmere sweaters, thanks to this process, we get a new yarn to give life to these precious recycled fabrics. That’s our contribution to reduce waste and save the planet. Call it Re-Luxury.”

Premier Vision

Am Eingang der Messe und über der Ausstellung hängt ein überdimensionales Plakat mit der unbändigen Freude des Erlebens von Natur. Daneben hängen transparente Banner mit Waldmotiven. Wir sind endlich angekommen, wohin es mich immer drängte: Re-levanz!

Premier VisionPure Nature

Wie kann ich teilnehmen mit dem Mitteln von Fashion an all den großen Fragen unseres Lebens? Wir reden vom Herbst-Winter 2020-21! Das Thema von Roma e Toska: “Pure Nature – Ruwenzori”. Mehr wird noch nicht verraten, sonst würde ich viel zu weit vorgreifen. Es hat mit dem zu tun, was morgen bei uns in der MILCHSTRASSE 11 in Hamburg startet: Klimawandel und der Vortrag des Abenteurers Christian Rommel über seine wagemutigen Reisen zu den abgelegensten Völkern unser Erde. Kommt Ihr? Freitag, den 20. September, 19.00 Uhr.

Premier Vision

“We have no planet b”, wie Emmanuel Macron in einer Grundsatzrede in den USA einst sagte und es nun an der Wand der Messe steht. Das Thema wird mich begleiten, wird uns begleiten. Die Wasser-Kollektion mit der aktuellen Edition der “Savanne” ist erst der Anfang.

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