Einen Moment innehalten und mit den Augen den Horizont abtasten. Ich gebe zu, ich bin mit meinem Sylter Tagebuch im Hintertreffen, und auch die Ankündigung von “jeden Tag ein Outfit”, hat sich in Luft aufgelöst. Zu viel gab es zu organisieren im Kultursommer St. Severin mit all den schönen Begegnungen dazwischen. Eines kann ich allerdings mit Gewissheit versprechen: das Meer ist noch da! Sanft und freundlich mit kleinen Wellen, die in der Ferne eine feine Linie unter dem hellblauen Wolkenwattebausch Himmel ziehen. Die Farbe meines Mantels.

Schon ein paar Abende zuvor hatte Toska ihn für ein kleines Fotoshooting getragen. Da mischte sich das zarte Blau mit dem Rosé der untergehenden Sonne. Mutter und Tochter untergehakt im Gespräch über die Spinnweben von St. Severin und was uns in der Tiefe bewegt. Unvergesslich.

Der Mantel mit der großen Kapuze, den überlangen Ärmeln samt Umschlag, und dem Futter der Arktischen Fauna aus Meyer’s Lexikon von 1895 gehört hierher, von wo aus die Walfänger gen Norden segelten, wo meine Tochter Roma gerade Köchin ist, Richtung Polarkreis zur nicht untergehenden Sonne im Juli. Er hält Wind und Nieselregen ab.

Die Knöpfe sind aus der Akoya Muschel, die in einer ganz anderen Richtung zu finden ist, dem Persischen Golf. Sie ist die kleinste Perlen-produziernde Muschel, verziert mit einem Ornament.

Toska ist zurück in Paris und bereitet sich auf das nächste “Artist in Residency” vor, während ich am Strand räkele, um auf meine Art das neue Modell in Szene zu setzen. Ihr wisst ja schon, wie so etwas läuft: Einmal ins Meer springen und dann ausgestreckt vor dem Ministativ posieren. Wie viele Jahre, wie viele Sommer habe ich es so gemacht. Bonnie wieder an meiner Seite. Wie klug sie aussieht, sie weiß um die Meeres-Geschichten.

Vorgestern kaufte eine Kundin den Mantel No.1 aus dem Fotoshooting mit ein wenig Sylter Sand in den Taschen. Bei dem nächsten Modell lege ich eine Muschel dazu von einem meiner Spaziergänge. Es gibt nur wenige Exemplare von diesem Modell, vier oder fünf, mehr auf keinen Fall. Ich würde an Eurer stelle nicht lange zögern.

Passend dazu haben wir das Arktische Fauna Seidentuch mit hellblauem Garn umrandet. Bei der Bestellung mit notieren. Und während ich Richtung Sturmhaube schlendere, treffe ich die Freunde am Strand, Umarmung, Selfie mit Badekappe und Tuch.

Links: Gesundheitsexperte Eckhart von Hirschhausen, der genau wie ich am Meer seine Energie auftankt.