Regelmäßig höre ich von Freund*innen und auch von meiner Tochter Toska, dass sie so müde wären, komplett überarbeitet, sich am liebsten aufs Sofa legen würden, schon den vierten Kaffee intus haben oder die dritte Flasche Cola, die Packung Schokolade … Und immer noch ist die Arbeit am Schreibtisch nicht erledigt, türmt sich ein Stapel unerledigt neben dem anderen. Alles fühlt sich schwerfällig und uninspirierend an. – Go for a walk!

Wie eifrige Blogleser*innen mitbekommen haben, tauschte ich soeben die Nordsee gegen die Elbe ein. Vom Gartenhäuschen in Othmarschen sind es nur wenige Schritte runter zur Promenade und zum Strand. Tief atme ich die feuchte immer ein wenig mufige Luft des Flusses ein, an dem ich aufgewachsen bin.

Ich höre das Gequietsche, Gescheppere und Gedröhne vom Hafen und den vorbeifahrenden Schiffen, eine ganz neue akustische Erfahrung im Vergleich zu den Wellen und Möwen von Sylt. Auch die Farben und Formen sind andere. Mein Hirn sondiert unbewusst die sinnlichen Veränderungen.

Schon nach wenigen Schritten fühle ich mich besser, die beiernde Schwere des frühen Morgens ist verflogen. Aufmerksam betrachte ich die Details zu meinen Füßen, wie das Band aus Stöckchen und Schilf, das die Flut auf die Grünfläche geschoben hat, oder den Raureif auf den Blättern im Sand.

So geht es weiter über mehrere Kilometer bis nach Teufelsbrück. Die Hunde laufen mal vor und mal zurück. Ich bin ganz eins mit mir und meinen versponnenen Gedanken.

Wissenschaftler u.a. der renommierten Stanfort University (USA) haben herausgefunden, dass Spazierengehen das Denken fördert. Sie haben Personen beobachtet, wie hoch das Level ihres kreativen Denkens ist, wenn sie gehen oder wenn sie sitzen.

Bei denen, die spazierengingen oder auch kurz danach, lag der geistig Output um durchschnittlich 60% (!) höher als bei denen, die am Schreibtisch, auf dem Stuhl, Sessel oder Sofa hängenblieben.

 

Es reichen schon 30 Minuten Bewegung draußen in der Natur oder in den Straßen. Nur sollte diese Zeit technik-frei sein: Kein Handy, keine Musik, kein Podcast, keine News, keine Audio-Books. Nichts! Keine Ablenkung, außer wahrnehmen, was uns umgibt, und dabei die Gedanken fließen lassen.

Wer sich in Hamburg auskennt, wird an den Bilder gesehen haben, dass ich mittlerweile im Jenisch Park angelangt bin. Darüber werde ich gesondert berichten, über die jahrhunderte alten Eichen, die Anlage …

Nach gut einer Stunde kehre ich zurück, 6,4 km. Es ist kurz nach 9:30 Uhr. Ich fühle mich bestens. Ein Artikel ist so gut wie fertig (schon davor redigiert) und nun der Blog, dann aufräumen und später ab 16:00 Uhr lade ich Euch ein in den Tempel zu “Bridget’s Friday”, meinem “Secret Salon”.