Ehrlich, ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so entspannte zwei Tage verbrachte. Tat auch Not. Keine Geschäftsöffnungszeiten im Nacken, keine Verabredungen, einfach nur Zeit für mich und endlos Strand. An meiner Seite Bonnie, im Rucksack ein Buch, ein Badetuch, Sonnencreme, das Mini-Stativ für ein paar Snapshots mit neuer Bluse. That’s it. Das Wetter auf dieser kleinen Insel in der Nordsee ist einfach fantastisch mit einer lauen Brise und eitel Sonnenschein.

Ich möchte, dass die Sommersprossen spießen, dass ich die Anspannung um den Mund loswerde, möchte mir zuhören, wie ich irgendeinen Schlagersong-Quatsch vor mich hin trällere, den Sand unter den Füßen spüren und ansonsten nichts oder nicht viel denken.


Am besten geht so etwas mit ein wenig Blödsinn im Kopf. Was tue ich nicht alles für ein gutes Foto! Warum nicht einfach auf der roten Tonne zirkusreif balancieren?! Konnte ich früher gut. Dazu das Buch in der Hand, die kurze Karo-Hose, ein Vyshyvanka-Hemd aus der Ukraine. Wolken und Himmel. Sieht bestimmt schick aus.

Und wenn ich falle, dann halte ich wenigstens die Fernbedienung so, dass das Foto “im Kasten” ist. Gesagt getan, ich bring mich in Position. Achtung. Showtime. Filmriss. Und … ich falle. Knips. Knips.



Verdutzt und röchelnd lande ich auf der Ankerkette. Der Hose geht es gut. Bonnie ist sofort an meiner Seite. Nichts passiert, nur ein paar Ratscher am Fuß. Zu komisch. Irgendwie bleibe ich doch das ewige Tomboy Mädchen mit den abgeschrammten Beinen.

Weiter geht es Richtung Horizont. Ich möchte das Ende der Insel erreichen. Das Meer hat sich weit zurückgezogen. Niedrigwasser ist erst in ein paar Stunden. Schnell noch ein Bad. Hund neben Klamotten schaut wachsam zu.


Und dann wandere ich und summe abstrusen Blödsinn und denke an nichts. Sammele stattdessen ein paar besondere Muscheln für Toska bis ich das eine Ende von Juist erreicht habe: “Kalfamer” mit dem großen Vogel-Naturschutzgebiet zu meiner Rechten, das man ab jetzt nicht mehr betreten darf.


Was für ein schöner Tag, ein paar witzige Leute habe ich kennengelernt, z.B. Thomas, der als Ethnologie und Kajak-Extremsportler über die Eskimo-Rolle der Grönländer seine Masterarbeit schrieb. Was es nicht alles gibt?! Schräg, ich lach mich schlapp. Später mache ich mir Notizen für die nächsten Wochen und den Sommer. Ich fühl den Spaß, wartet es ab!


Der Abend klingt aus mit Roma und einem Glas Wein auf der Restaurant-Terrasse. Ich schau in den Spiegel. Sieht schon besser aus, die Sommersprossen sind da und das mit den traurigen Falten krieg ich auch noch in den Griff. Euch einen schönen Sonntag.

Nachher geht’s mit der Fähre und dem Zug wieder zurück nach Hamburg. Ist ja einiges los in der kommenden Woche!
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