Wie versprochen kommt heute das Rezept vom selbstgebackenen Brot, das uns gestern so köstlich durch die Geschichten von Pieter Bruegel d.Ä. (1525/30 – 1569) und sein Meisterwerk “Der Kampf zwischen Karneval und Fasten”, 1559, begleitet hat. Wir halten fest, heute ist Tag 1 nach Aschermittwoch, nix mehr mit “Übergang”, wir üben die Enthaltsamkeit oder formulieren es positiv: Wir lernen den Genuss des Einfachen wiederentdecken. Versprochen, es wird ein Hochgenuss.

Was wir brauchen für unsere (Frühstücks-) Brötchen, lässt sich an einer Hand abzählen: 1 Pfund Mehl, 2 Päckchen Hefe, 1 Esslöffel Zucker, 1 Esslöffel Salz, 50g Butter, 100 ml. Milch, Kümmel (doch sieben Teile, mit Wasser = acht, also beide Hände für die Luxusvariante).

Der Graf legt los auf altbewährte Weise, ohne zu wiegen oder abzumessen, ich versuche im Tempo mitzuhalten und zu protokollieren: Erst das Mehl in eine Schüssel geben, einen Esslöffel Zucker und zwei Packungen Hefe oben drauf, und dann verrühren.

Die Milch lauwarm erhitzen und dazu geben, wieder rühren. Kurz zudecken und ruhen lassen. Reicht für ein paar kurze Telefonate oder schnelle e-mails. Man kann natürlich auch daneben sitzen und lesen, das nächste Kapitel von Elsa Ferrante “Brillante Freundin” zum Beispiel.

Nach 15 min, 50 – 100 ml. Wasser dazu geben, ebenfalls lauwarm, verrühren, die weiche zerteilte Butter, einen Esslöffel Salz, eine Prise Kümmel hinein (letztere nur wer möchte, schmeckt göttlich).

Ist es zu viel Wasser, noch etwas Mehl dazu und noch etwas Mehl. Nicht schlimm, wichtig ist nur am Ende die richtige Konsistenz, rühren und anschließend kneten und kneten. Erst in der Schale und dann auf der mit Mehl bestreuten Unterlage.

Und wenn ich kneten sage, dann meine ich kneten. Wer an dieser Stelle schummelt, weil er/sie nicht genügend Muckies hat oder ihm/ihr die Geduld fehlt, der verpatzt das Resultat. Kümmel hinzugeben und weiter kneten.

Die Backform mit Mehl bestreuen. Das längliche Teig-Gebilde in kleine Portionen zerschneiden und dekorativ in Kümmel-Krümel drücken, anschließend in die mit Mehl bestreute Backform legen.

Nun erneut zudecken, an einen kuschelig warmen Ort stellen und vergessen. Na ja, nicht ganz vergessen, aber für die nächsten eineinhalb bis zwei Stunden. Zeit für die nächste Zoom-Konferenz oder ein weiteres Kapitel im Buch.

Die Hefe muss gären oder gehen oder blähen. Was weiß ich. Am Ende das Tuch abnehmen und einfach nur staunen. Aus Schneeball-großen Kugeln ist ein respektabler Brotkranz geworden.

In den vorgeheizten Ofen schieben und bei 180 – 200°C ca. 15 – 20 Minuten backen. Das war’s! So einfach, dass ich es selbst hinbekomme. Und das will was heißen. Brot for Beginners oder Küchen-Lurche.

Die Backform rausnehmen und am besten das Brot noch warm essen mit Butter drauf. Ich liebe Fasten, nichts schmeckt so köstlich wie selbtgebackenes Brot.

Wer beim Brotessen mit historischen Zahlen jonglieren und angeben möchte, dem sei hier in den vollgestopften Mund gelegt: Erste Erwähnung von erhitztem Getreide in der Altsteinzeit vor 40.000 Jahren. Vor 14.400 Jahren soll es ungesäuertes Brot in Jordanien gegeben haben. Vor 10.000 Jahren beginnt der systematische Anbau von Getreide. Die Hefe wird vor 5.000 Jahren entdeckt, wir sind in Ägypten. Brot ist nicht nur das Nahrungsmittel No.1, sondern auch das Synonym für Nahrung schlechthin.