Am liebsten alles auf einmal, wenig Zeit und eine Menge zu erzählen, ich finde solche gestapelten Momente aufregend. Die Wohnung ist zerfleddert, ein Teil der Ausstellung abhängt, Strippen von den Wänden, Bilder auf dem Boden, überall steht etwas rum. Während Etienne die Fenster putzt und diesmal nicht über die Feuerleiter aus dem 4.Stock geholt werden muss, Boris, der Handyman, die “Große Schriftrolle” aus Spinnweben von Toska umhängt, damit sie an einem sicheren Ort wartet, bis die neue Besitzerin bei sich den richtigen Platz gefunden hat, inszeniere ich mich geschwind mit meinen beiden Lieblingsjacken. Etwas turbulent, ich gebe es zu, aber klick-klick, sonst gäbe es keinen Blog.

Ich bin eine Meisterin mit Hammer und Nagel, kein Stückchen Wand ist vor mir sicher. Irgendwo findet sich ein Platz für ein Bild und zack ist der Nagel drin. Aber wenn es um das Bohren und Schrauben geht, wachsen mir plötzlich zwei ungeschickte Hände links und rechts.

Sorgfältig habe ich das Spinnenwerk von St. Severin verpackt, damit es unbeschädigt von einen Raum zum anderen wandert. Geschafft. Jedes Mal ist es ein Nervenakt, die fragile Arbeit von Toska zu bewegen, damit sich nichts verschiebt, keine zarten Fäden zerreissen.

Etienne putzt im nächsten Raum, ich klettere die Leiter rauf und runter. Glitzerjacke, Bouclé Jacke, dazu ein Herren-Hemd von Celine. Sieht cool aus, sogar nur mit Strumpfhose und Highheels.

Lächeln und wieder runter für das nächste Outfit. Ich muss mich beeilen, denn Polly Maher, die Künstlerin aus Wexford, Ireland, müsste in wenigen Minuten eintreffen. Übrigens, auch der “Kelch” von Toska Tyszkiewicz wird demnächst ein neues Zuhause haben.

Da ist sie auch schon, zwei XXL Koffer, eine riesiges Paket und dazu noch eine Tasche und ein Rucksack, in denen die ganze Ausstellung eingepackt ist. Ich bin gespannt, ob mich mein Instinkt richtig geleitet hat. Wir packen aus, und eins verrate ich Euch jetzt schon, dass ich mich nicht geirrt habe, es ist sehr besonders, was die junge Künstlerin macht. Jedes Bild besitzt ein Geheimnis, “out of the ordinary”.

Morgen wird gehäng, und anders als zuvor werden sich die Arbeiten über beinahe alle Räume ausbreiten. “Living with Art”! Nicht die Vernissage vergessen: IMAGES OF FAMILAR, Freitag, den 30.10.2026, 18 – 21 Uhr.