Früher nannte man sie “Blaustrumpf”, die Frauen im 18. und 19. Jahrhundert, die die typisch weiblichen Arbeiten vernachlässigten, um sich zu bilden und um zu schreiben. An ihren Fingern haftete die blaue Tinte und entlarvte sie als “Intellektuelle”, was ein Schimpfwort war. Meine Hände sehen ähnlich aus, ich schreibe Briefe an Euch, viele Briefe sind es sogar, mit jeder Bestellung gibt es einen, wie versprochen, rechtzeitig zum Valentines Tag und auch darüber hinaus. Was für ein Spaß, die leidige Administration bleibt liegen, und selbst der Hund muss warten, bis die Tinte trocken ist.

Jeder Brief hat einen anderen Inhalt passend zu der Adressatin. Am Rand kleben die Stoffschnipsel, die sich ebenfalls voneinander unterscheiden. Mal ist es der Kopf eines Tieres, mal die Blume der Äpfel oder das Rot vom Fliegenpilz.

Kurz überlege ich, welches mögen die ersten Sätze sein, und dann fließt es aus der Feder, ganze Wörter werden resolut durchgestrichen oder ich quetsche verschämt einen Buchstaben dazwischen, der bei dem Tempo vergessen wurde.

“Was für eine Klaue”, würde mein Großmutter sagen. Für sie war ich der “Blaustrumpf”, der niemals einen Mann findet. Ätsch, hat doch geklappt. Frauen, die denken, mögen für manche “gefährlich” sein, aber im Ernst, was wäre die Welt ohne sie!

Und während ich schreibend fabuliere, kommen mir neue Gedanken, das die Georgette-Seide nicht nur als Tuch gut aussehen könnte, sondern auch als Schal mit allen Motiven gleichzeitig. Lasst Euch überraschen. Schickt mir Eure Wunschbestellung und ich lege einen Brief dazu.