Fortsetzung vom “Tagebuch einer Jacke”: Roma ist seit zwei Wochen in Toulouse, der Stadt ihres Herzens. Dort hat sie Philosophie studiert, ihre Kochausbildung gemacht und dort leben ihre Freunde. Für uns schlenderte sie entlang ihrer Lieblingsecken. Die Hauptstadt des Departement Okzitanien im Südwesten an der Garonne hat etwas mehr als eine halbe Million Einwohner. Sie besitzt eine lange Geschichte, war in der Renaissance reichste Stadt Frankreichs und im Zweiten Weltkrieg Zentrum des Widerstandes. Absolut eine Reise wert, und wer möchte, wandert auf dem Jakobsweg weiter Richtung Pyrenäen, was immer mein Wunsch war, aber das ist eine andere Geschichte. Lassen wir meine Tochter erzählen …

Toulouse ist meine absolute Lieblingsstadt – sie vereint für mich genau die richtigen Gegensätze. Sie ist gechillt, warmherzig und doch dynamisch – eine junge Stadt mit vielen neuen Initiativen und Engagements, und die alten Backsteinstrassen besitzen sowohl kleine Läden und Cafés wie konzeptuelle Bars (neue Entdeckung: La Houblonnière oder Brugels) und kreative Restaurants (eines meiner Lieblingorte „Les Sales Gosses“).

Toulouse gibt einem auch das Gefühl von Ruhe und zugleich der Inspiration, Neues zu entwickeln – man geht an der Garonne spazieren, vergisst die Zeit und weiß genau, dass man es schaffen kann.

Und dann gibt es natürlich auch meine geliebten Stammtische wie das Café Concorde oder “meet the meat”, welche, seit ich Toulouse kenne, unverändert wunderbare Orte sind, über die Jahre darauf spezialisiert, einfach und zugleich magisch zu sein.

Die Église de St Aubin – ein wundervoller Platz am Canal du Midi, mit einem der besten Märkte von Toulouse. – Meine neue Entdeckung: eine Cava a biere Bar, ein bisschen Punk-Rock mit super Bier im historischen Viertel von Saint Cyprien – zwei Typen die sich in ihrer Domaine auskennen und mit denen man lange und sehr intensive Diskussionen zu Geschmack und Herstellungsweisen von artisanalem Bier führen kann – in Aussicht ein neuer Lieblingsort zu werden.

Einer seit Beginn meiner Toulouse Zeiten favorisierten Treffpunkte ist das marokkanische Café “le Safran” mit seinem charmanten Besitzer, ein kleiner älterer Herrn, der mit seinen beiden Töchtern seinen Laden hält und das mit einer Freunde, die buchstäblich das Herz singen lässt – auch einer von Tatas (meinem Vater) Lieblingorten in Toulouse.”

Eine Crêperie mit junger Stimmung und Preisen, die sich nicht um die Inflation zu sorgen scheinen, ist das Sherpa, ein volles Mittagessen mit einem Glas Cidre und einem Dessert kostet unter 10€ . Es ist eines der Ur-Stammlokale für Studenten in Toulouse.

Die Basilique St Sernin – der Stern von Toulouse – ist eine der schönsten Kirchen, die ich kenne – egal, wie oft ich schon vor ihr stand, werden meine Augen doch immer feucht, wenn ich sie sehe, ein berührender Anblick in meiner geliebten Stadt.

Die Garonne, der Fluss, der Toulouse in zwei Teile gliedert, ist ein beliebter Treffpunkt für ein Sonnenuntergangbier.

Danke Roma, und nun heißt es: “Hello – Good-Bye!” Die Jacke und meine Tochter sind gestern in Berlin gelandet und kommen heute zurück nach Hamburg.

Wer ein ähnliche Modell haben möchte, besucht uns in der Poolstrasse, und wir suchen gemeinsam ein besticktes oder bemaltes Kunstpaneel der Shipibo-Conibo aus. Jedes Teil ist ein Unikat.