Schmunzelnd lese ich über meine Tochter Toska (29) in der aktuellen BUNTE Ausgabe als eine der drei Aufsteigerinnen der Woche. “Es läuft”, könnte man salopp sagen: Der Kultursommer St. Severin, der Curated Brussels Award, nächste Woche die kleinen Ausstellung in Saint-Germain-des-Prés in Paris, für die sich schon jetzt mehr als 100 Leute angesagt haben. Wir kommen eine Woche später, besser so, Toska braucht ihre Konzentration und ihre eigene Bühne, arbeitet hart, liegt oft nachts wach, so viel auf einmal passiert. Warum ich darüber schmunzele, wollte Ihr wissen? Es gibt eine kleine Vorgeschichte dazu …

Aktuelle Ausgabe BUNTE, Aufsteigerinnen, Seite 14

Es mag drei Jahre her gewesen sein, Weihnachten auf Sylt, wir saßen zusammen am festlich gedeckten Tisch, als Toska verkündete, dass sie die bedeutendste Künstlerin des 21. Jahrhunderts werden möchte. Triumphierend lächelte sie in die Runde, mein Mann nickte zustimmend, ich überlegte, was ich von meinem Leben noch alles erwarten möchte.

Karo-Blazer (€898) und Tropenwald-Bluse (€ 498)

Sie fiel mir ins Wort: “Mami, mach Dir keine Sorgen, Du bist doch die Mutter der bedeutendsten Künstlerin des 21. Jahrhunderts.” – Aha?! – Roma ergänzte auf ihre unnachahmlich trocken-humorige Art: “Ah so, dann bin ich also die Schwester der bedeutendsten Künstlerin des 21. Jahrhunderts?!” Wir mussten lachen.

Heute ist Toska dieser Satz peinlich, er war aus einem jugendlichen Überschwang gesagt. Und dennoch, warum fliegen wir nicht so hoch, wie wir uns vorstellen können? Einmal weit über den Horizont hinaus und wieder zurück auf die Erde. Träume sollten größer sein als Realitäten, sonst sind es keine Träume.

Roma in ihrem geliebten Pilz-Tütü, den sie überall mitnimmt, zusammengerollt im Rucksack.

Und was Träume alles bewirken könnten …, nun, die Geschichte ist voll davon. PS: Morgen erzähle ich von Roma (32).