Fast kommt es mir vor, als liegen zwischen meiner Abreise Peru und heute schon wieder Welten. Alles ist ein Gemenge von Gleichzeitigkeiten: Sylt Auszug, der neue Mietvertrag Hamburg unterschrieben. Keine hundert Meter von der Poolstrasse kommt die zukünftige Wohnung samt Roma e Toska Gallery. Aber lasst mich zurückgehen zum letzten Tag in Lima. In der Sprache der Aymara, jenes präkolumbianischen Volkes vom Titicasee, gibt es keinen Abschied. Sie sagen “Jikiñsinkama“, was so viel bedeutet wie “see you” – Und ich antworte “Mayakama” („until next time“).

Es ist Sonntag, der 16. November 2025. Ich schreibe, ich packe, der Flieger geht erst am Abend. Erstaunlich, wie alles in den Koffer passt, die rote Pollera muss ich tragen, sie würde das Volumen sprengen. Sorgfältig falte ich die fünf Seidenblusen mit dem Kindermond-Motiv, die mit dem Puffarm, dem Knotenkragen, die Basic Bluse, die beiden mit den Schleifen-Foulard.

Makellos sehen sie aus, als kämen sie direkt von der Stange im Geschäft, dabei sind sie mit mir im feucht-warmen Dschungel gewesen, in den kühlen trockenen Höhen der Anden, sie komplettierten mein Outfit abends zum Dinner und am nächsten Tag in den Museen.

Zum Schluss kommt die grüne Jacketta von den Frauen aus Puno dazu und die kleinen gestrickten Püppchen, die in die nächste Kollektion aufgenommen werden. Alles steckt voll lebendiger Erinnerungen. Der Reißverschluss des Rimowa Bordgepäcks geht zu, der Rest wandert in den Rucksack und oben drauf der Strohhut von Elke Martensen, der mich ebenso überall hin begleitete. Reisen mit Leichtgewichten.

Für den späten Vormittag hat Anita einen Platz reserviert im besten Ceviche Restaurant von Lima, nicht weit von ihrem Apartment entfernt: La Mar. Ich kann doch nicht abreisen, ohne dieses kulinarische peruanische Highlight probiert zu haben.

Der rohe Fisch wird in Zitrussauce mariniert, dazu Zwiebeln, Chili und Koriander sowie viele Geheimnisse, die ich als Laie nicht entschlüsseln kann, nur dass es köstlich, geradezu himmlisch schmeckt, eine Liebeserklärung an die Sinne!

Wie dankbar bin ich für alles. 21 Tage, die mich verändert haben. Ich könnte es ständig wiederholen, stattdessen prosten wir uns zu mit Pisco Sour und das noch vor 12:00 Uhr. Oh, oh. Es passt zum Gericht, es passt zu der Stimmung, diesem erfrischenden Rausch, wie das Leben anders sein kann.

Anschließend springen wir ins Taxi mit einem Überraschungskuchen auf dem Schoß, der seine drei Kilo wiegt. Wieder Essen. Natürlich, ich habe ja noch nicht Chifa probiert, die chinesische Fusion Cuisine, die es nachher bei Anitas Tante gibt, zu der sich die ganze Familie gesellt. Noch ein Stück Peru.

Ich schau es mir genau an, wie die Alten mit den Jungen zusammenleben. Die Tante ist 93, die Mutter 87, dazu die Töchter, die Söhne, die Cousinen, die Enkel. Es ist eine vitale, fröhliche Gemeinschaft, in der man sich in den Arm nimmt, herzt und lacht. Dazwischen darf ich sein, als gehörte ich dazu. Es rührt mich sehr, ich soll wiederkommen. Gewiss, ich verspreche es fest, bin so erfüllt, dass ich all das erleben und erfahren durfte. Es wird in meine kommende Kollektion 2026 einfließen, in die Stoffe, in die Geschichten, die ich wie die Frauen hier auf textile Weise erzähle. Mayakama. Bis zum nächsten Mal!

Am kommenden IT’S A DIENSTAG, den 2. Dezember, ab 17:30 Uhr, werde ich von dieser Reise erzählen, von dem Wandel der letzten Wochen und Tage. Was war, was kommen wird. Die Kindermond-Blusen gibt es zu kaufen, genauso wie die Delfter Modellen, denen nun das Nostalgische anhaftet. Dazu sieht die Poolstrasse ein wenig aus wie ein Bazar mit der Keramik aus Sylt, den Teilen aus der Bauhaus-Zeit, inkl. Olivenbäumchen.

In ein paar Tagen ist Nikolaus, es gibt Geschenke. Roma ist für das Catering zuständig. Eintritt/Einkaufgutschein € 25,00. Voranmeldung unter: birgit@romaetoska.de oder 0172-4313905.

Wer Lust hat, besucht mich schon an diesem Wochenende, denn ich bin ja jetzt in Hamburg. Fühlt sich gut an!