Romas jüngste Geschichte beginnt an einem It’s a Dienstag im Januar 2026, als einer der Gäste auf meine Tochter zukam und meinte: “Mein Freund sucht eine Chefköchin auf Juist”. Ich erinnere ihre Aufregung, war doch die aktuelle Lebensplanung eine ganz andere: Berlin, Künstler, Catering. In Toulouse hatte sie in einem großen Restaurant gearbeitet, aber nun allein verantwortlich für die nächsten neun Monate?! Wieder eine Insel. Sie nahm das großzügige Angebot an und wurde mit der kleinen Propeller-Maschine eingeflogen.

Am 1. März begann sie den Job, kurz bevor wir im Krankenhaus für die nächsten Wochen um das Leben meines Mannes, ihres Vaters, kämpften. Das war hart. Sie konnte zum Glück in der Todesstunde bei uns sein. Nun die Eröffnung zu Ostern. Eingebettet in Dünen mit Blick auf das Watt liegt das Flugplatzrestaurant im Osten der Insel, dem Kalfamer. Die Inneneinrichtung besitzt echte Flugzeugteile.


Jeder, der etwas großes Neues startet, weiß, wie turbulent es zugeht. Da fließen Tränen, geht es teilweise ruppig zu, gibt es zu wenig Schlaf und alle möglichen Selbstzweifel. Ein Team muss sich zusammenraufen. Neben mir sitzt Nardaa, die Restaurant-Chefin. Wie herzlich haben sie und ihr Mann uns auf Juist aufgenommen, als Toska, Bonnie und ich am Freitag mit all dem Gepäck für Roma eintrudelten.


Bis in die Nacht wurde die Küche umgeräumt, damit die Logistik stimmt, wurde an der Menue-Karte gebastelt. Lieblingsgerichte flogen wieder raus, Basics kamen dazu. Erst einmal den Start schaffen. Ware war nicht im Hafen angekommen, wieder musste improvisiert werden. Insel ist Insel, und statt Autos gibt es auf Juist Fahrräder und Kutschen.


Für mich, die zur hoffnungslosen Kategorie derer, “Die-das-Wasser-anbrennen-lässt” gehöre, ist die Küche ein Wunderwerk. Roma trainierte ihre Truppe: Livio der Tellerwäsche, Julia und Katja aus der Ukraine, die kaum deutsch sprechen und vor zwei Wochen noch nicht wussten, wie sie Zwiebeln schneiden sollten. Es begeistert mich, wie sie nun dastehen und lächeln.


Ganz wichtig in diesen letzten Tagen war Adrian, der erfahrene Koch, der für die richtigen Abläufe rund um die Uhr arbeitete und unersätzlich war. Den Strand hat er in dieser Zeit nicht gesehen, sondern fiel abends spät komplett fertig ins Bett. Ostersonntag flog er wieder zurück nach Hause. Mission accomplished!


Nichts läuft ohne den Frontmann Sascha, der auf so zauberhafte Weise den Gästen den Probelauf erklärte und sie darüber zu stolzen ersten Vorkoster*innen machte. Auch eine Leistung. Seine hübsche zierliche Frau ist für das Backup verantwortlich.


Matjes mit Ofenkartoffel und Sauerrahm-Sauce. Gemüsepfanne mit Blumenkohl, gelben Zucchini, Kohlrabi, Urkarotten, Balsamico Silberzwiebeln und Fladenbrot. Ich finde, das ist schon ein appetitliches kleines Spektakel auf dem Teller.


Und dann der selbstgebackene Erdbeerkuchen mit Mascarpone Mus. Yam! Während ich schreibe, könnte ich ihn sofort noch einmal bestellen. Sie alle tragen Romas feinsinnige Handschrift von Zuhause, von Kochen mit Erinnerungen.


Was vom Tage übrig bleibt. Am Abend zuvor saßen wir oben auf der Düne mit Blick über das Meer. Das Matjes-Schachbrett, Spezialität meines Mannes, hat es noch nicht auf die Menue-Karte geschafft, dafür der Blüten Ziegenfrischkäse. Wir stoßen an auf das Leben und darüberhinaus. Der Graf wäre stolz. Ich glaube fest, er genießt es mitten unter uns. Es ist seine blaue Stunde.


Wer Lust hat, macht zur Abwechslung mal einen Ausflug auf die Ostfriesische Insel, die mit ihrer Natur und Stille für mich so Kraft spendend war. Das Flugplatzrestaurant ist ganz einfach zu finden: Das Haus am Ende der Straße. Es gibt nur eine Richtung, sich vom Nordwest-Wind schieben lassen.
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ARCTIC FAUNA PUFFARM BLUSE, MULTI
€498,00 inkl. Mwst. -
GROSSES ARCTIC FAUNA TUCH, MULTI
€249,00 inkl. Mwst.




Danke für diesen schönen Bericht einer Neueröffnung.. Es hört sich alles fein und lebendig an. Und nach großem Fleiss von allen Beteiligten. Good luck! Tanja