Es ist 17:01 Uhr. Ihr müsst nichts sagen, ich weiß, es ist viel zu spät für einen Blogbeitrag, der in die frühen Morgenstunden gehört und nicht in den fortgeschrittenen Nachmittag. Da kämpfte ich allerdings noch mit triefender Nase und rundum Schlaffheit. Aber, manchmal ist es besser, im Turbogang gesund zu werden, da das Kranksein einfach zu anstrengend ist. Jede 10 min. wird man gefragt, ob es einem besser geht, der prüfende Blick klebt förmlich an den Schläfen. MIR GEHT ES BESSER! ICH HABE KEIN CORONAVIRUS. Ich rege mich ein wenig künstlich auf, schraube damit den Adrenalinspiegel nach oben, das Fieberthermometer zeigt sowieso meine nahe Verwandtschaft mit Echsen und Kaltblütern. Unter die Dusche und los.
Der Tag bislang: Angenehm, umsorgt mit kleinem Frühlingsstrauß und sympathischen Kundinnen. Besser kann die Eigentherapie nicht sein. Nur der Blog fehlt noch, worüber schreiben, wenn der Organismus im Notaggregat läuft?
Eine Portion Romantik ist genau das Richtige. Ich träume mich weg in die Landschaft von Neuengland am Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs. Vier Mädchen, eine liebevolle etwas überforderte Mutter, ein entzückender adliger Nachbarssohn. Die Zweitälteste, Jo March, will Schriftstellerin werden, um sie herum entwickelt sich die Geschichte, die die Schriftstellerin Louisa May Alcott (1832 – 1888), 1868 veröffentlichte, 2019 neuverfilmt unter der Regie von Greta Gerwig (Lady Bird) und Anfang des Jahres in den deutschen Kinos gelandet. (Nominiert für diverse Oscars).
Es ist eine Erzählung, bei der man sich immer wieder verstohlen die Träne aus den Augen wischt und in die eigene Jugend zurücksehnt mit einer Portion Wehmut, warum einem nicht so ein hübscher Junge über den Weg gelaufen ist. Ich saß als Kind mit 11–12 Jahren in meinem Zimmer mit dem Blick auf die große Kiefer vor dem Fenster und wollte meine Bücher schreiben. Wird Zeit, dass ich mir die Nase putze und Gas gebe, sonst wird das nichts.
Die Sonne ist draußen mal wieder verschwunden, an den Geräuschen der Autos höre ich: Regen. Ob wohl noch jemand reinschaut? Vielleicht ja, vielleicht nein, sonst plane ich im Geiste mein Coming-of-Age im lachenden Laufschritt über die Wiesen. Wer vorbei kommen möchte in der MILCHSTRASSE 11, dem erzähle ich, wie das Ende aussieht, und wer nicht hier um die Ecke wohnt, aber trotzdem etwas kaufen möchte, der erhält von mir ein paar Zeilen aus dem noch zu schreibenden Manuskript als Brief geschickt …(Ihr meint, dass würde sich nicht lohnen, wartet ab, jeder hat mal klein angefangen.) … So und nun packe ich die neuen Schuhe aus, Fashion first!
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