Sylt. Kampen. Kapitänshaus. Der Garten mit den Hortensien. Duft von Heckenrosen. Das Meer. Eisbaden. Delfter Kacheln und Kerzenlicht. Die Freunde. Die Begegnungen. Fast scheint es, als wolle ich mich um diesen Jahresrückblick drücken, auf jeden Fall tauchte er als Stichwort nicht in meiner ersten Liste von Ereignissen auf. Wenn ich schreibe, es würde mir fehlen, dann wird mir ganz weh ums Herz. Es war ein wichtiger Abschnitt in meinem Leben, für Roma e Toska und die Visionen, wie eine Boutique in diesen Zeiten aussehen kann. Wohnzimmer. Treffpunkt. Salon. Zuhause. Zehn Jahre.

Die täglichen Wege waren belegt mit Routinen und Ritualen, mit Madame La Petite die Morgenrunde, abends meist allein am Watt mit den beiden Hunden. Samy starb am 1. August, auch das gehört in dieses Jahr und verbindet sich seitdem mit den Regenbögen über der Insel.

Die Events in diesem Jahr waren so zahlreich und besonders, als würden wir innerlich ein wenig zusammenrücken. Christiane Gräfin zu Rantzau und Frederik Schwarz, sen. Jewellery Specialist Christie’s. Ein Must in jedem Sommer. Wir werden es hoffentlich hier oben in der Rotunde mit Großstadt-Ausblick fortsetzen.

Der Abend mit Katrin Sachse und dem “Boulevard Journalismus in düsteren Zeiten”, definitiv ein Highlight, das mir in Erinnerung bleiben wird. Schnitzel-Essen im Strandkorb. Die Buchvorstellung mit Robert Eberhardt hatte ich schon erwähnt, genauso Meerglanz im August. Roma und ich als “Töchter erklären Müttern die Welt” über Hannah Arendt und Machiavelli, es hat die gute Stube gefüllt. Die Sonntagsfrühstücke mit Christine und die frisch gebackenen Brötchen vom Grafen.

Das Haus fühlte sich an wie mein Haus, und manchmal bin ich verstohlen zu Lisa und Tobias von Kampen Kaufmann gegangen, um Lotto zu spielen, damit es wirklich mein Haus werden könnte. Wir haben in den über dreihundert Jahren, die es an diesem Ort dem Wind und Wetter trotzt, eine kleine Episode geschrieben.

Wie heute früh, denke ich an das Kapitänshaus mit der stets offenen Tür (manchmal auch nachts) als würde es meine Seele sanft streicheln. Dieser leicht muffige Geruch alter Gemäuer, mit dem man empfangen wurde, das Schwanzwedeln der Hunde. Es war ein Boutique-Zuhause, das fasst am besten mein Verkaufs-Konzept zusammen.

Ich setzte es fort mit anderen Akzenten: die Poolstrasse als Geschäft mit Salon, der Johannes-Brahms-Platz als Galerie-Zuhause. Zwei Orte, die eng miteinander verknüpft sind. Und vergesst nicht, Sylt ist eine Insel der Seefahrer: “Das Schiff liegt sicher im Hafen, aber nicht dafür wurde es gebaut.”