Denke ich an Birnen, denke ich an Kindheit, werde ich zur “nudeldicken Deern” mit dem spannenlangen Hansel neben mir. Und sofort, ja es ist beinahe ein Automatismus, stimme ich entweder das kleine Volks-Lied an oder rezitiere das Gedicht von Theodor Fontane (1889) mit dem Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland …

Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste ‘ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb ‘ne Birn.«

Die Birnen sind für mich gleichbedeutend mit Herbst, mit Kerzen und schon duftet es süßlich warm im Kapitänshaus von oben herab, wenn der Graf sein Birnen-Gelee zubereitet. Auf eBay erstand er dafür einen uralten Dampfentsafter und Toska klaute die Birnen aus Nachbar’s Garten.

Die Birnen waschen, vierteln, den Stängel und das Kerngehäuse entfernen. So geht es los.

Anschließend den unteren der drei Töpfe mit Wasser füllen. Darüber wird der Saftbehälter gestülpt, dann kommt der oberste Topf mit den in Würfel geschnittenen Früchten.

Vier bis sechs Löffel Gelierrzucker darüber streuen und zugedeckt auf mittlerer Hitze etwa eine Stunden lang kochen. Der Wasserdampf zieht von unten nach oben und tröpfelt wieder runter in das “Zwischengeschoss”, wo sich der Saft sammelt, der zum Birnen-Gelee wird. Diesen Prozess habe sogar ich verstanden.

Zum Abschluss den mittleren Topf direkt auf die Herdplatte stellen, um den Saft weiter zu reduzieren, bis ein Gelee entsteht, das am Löffel kleben bleibt. Dann hat es die richtige Konsistenz und wir können es in die Gläser füllen.

Dieses Birnen-Gelee ist die pure Variante, so wie es vielleicht in der Apothekers-Familie Fontane zuhause gemacht wurde. Wir können weiter experimentieren mit Zitrone, Vanille, Ingwer oder was uns sonst so in den Sinn kommt. Das kleine Tüchlein mit den Medusen des Ernst Haeckel für die Konfitüren-Verzierung gibt es mit dem nächsten Einkauf geschenkt.