Gestern Abend beim Essen erzählte ich so in die Runde, dass ich durchaus bereit wäre, für die Freiheit auf die Strasse zu gehen. WAAAS! Entsetzen zu allen Seiten, ob ich schon früher so etwas getan hätte? Nein, habe ich nicht! – ‚Aber man dafür gleich auf die Strasse gehen!‘ Vielleicht doch! – Ja, ob ich denn eine Sufragette* werden möchte (*Vertreterinnen der frühen Frauenbewegung).

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Nein, was soll der Vergleich?! Ich bin ich, so wie immer – nein, nicht ganz, früher war ich komplett unpolitisch, obwohl immer beseelt freiheitsliebend. Es funktionierte doch alles, Politik machten den anderen, aufwachsen tat man im Frieden. Vietnam war vor meiner Zeit, ebenso die Studentenrevolte, RAF … das zog schemenhaft an meiner Kindheit vorbei. Aber jetzt, jetzt würde ich schon zu einem Banner greifen und mitgehen, wenn andere Frauen sich zusammentun. Es reicht! Die Freiheit, und dazu zählt auch die meine, ist in Gefahr. Wenn ich früher einfach genossen habe, Frau zu sein, so empfinde ich heute sogar ein wenig Stolz darauf. Es gibt so viele wunderbare Persönlichkeiten unter ihnen, die mit großem Engagement um die Welt jetten, um diese ein wenig besser, gerechter, erträglicher zu machen. Es ist mit eine Ehre sich ihnen auf meine besondere Weise anzuschließen. – Am Tisch wird weiter gewitzelt: Modetussi goes Washington. Ich schweige, drohe lächelnd mit nächstem post Beitrag  und räume dem Protest und den mutigen Frauen einen beredeten Platz in meinem Leben ein.

women's power