Gewiss habt Ihr Eure Methoden, die Woche zu planen. Die einen schauen aus dem Fenster und drehen sich gleich wieder um. “Monday, bloody Monday!” Die anderen werden dämmern vor sich hin, um sich zu vergewissern, in welcher Welt sie aufwachen möchten (oder müssen). Ich brauche meine Kaffee und den versonnenen Blick aus dem Fenster, dann schreibe ich los. Eine Liste in einem Büchlein, unbedingt mit Bleistift geschrieben, je nach Verfassung lesbar oder selbst für mich nicht lesbar. Als erstes notiere ich die Dinge, die Spaß machen, ganz am Ende drängeln sich dann unter No. 10, 11, 12 die lästigen administrativen To-Dos, niemals gibt es eine No.13.

Was steht an? Morgen findet KEIN It’s a Dienstag statt, dafür am 3. Februar, “Inside a Collection”, wie es zu der Idee für Encyclopedia kam, Materialien, Entwicklungsschritte, erste Modelle, Varianten, made to order, made to measure. Wie ist die Stimmung auf den internationalen Schauen in Mailand und Paris? Valentinos Erbe. Was macht New York, und was sagt Imran Amed von Business of Fashion über “Leadership”? Wie immer ab ca. 17:30 Uhr, Talk ab ca. 18:30 Uhr. Kleine Snacks und Drinks. KEIN EINTRITT, aber die Gelegenheit, die neue Kollektion zu kaufen, zu bestellen, zu subskribieren.

Genauso gibt es in dieser Woche auch KEIN Event in den neuen Räumen am Johannes-Brahms-Platz No.9. Das war von meiner Seite etwas zu ambitioniert. “Wednesday upstairs” verschiebt sich auf den 11. Februar, ab 18:00 Uhr. Gezeigt werden zunächst die Künstlerfreunde und Weggefährten, eine Serie von Zeichnungen von Nele Budelmann, Rolf Rose, mittlerweile über 90 Jahre alt, hoffentlich kommt er dazu, Sammlung Josef Kleinheinrich, Bernhard Prinz … Wir sprechen über das Konzept von “Kontor für junge Kunst”.

In der Zwischenzeit notiere ich auf meiner Liste: a.) Kartons auspacken, mindestens drei pro Tag, b.) Crash-Kurs Kunst fortsetzen, c.) Termine für Atelier-Besuche und d.) Brief an einen alten Freund.

Stipendiaten Neue Kunst in Hamburg. Unten: Video-Installation Katja Pillipenko.

Es schneit weiter. Was noch? Ani Alverez Calderon in Lima anrufen, um unser Treffen im Mai zu fixieren, damit bin ich schon mit einem Bein in der Frühjahrskollektion. Meine Laune steigt. In dem Zusammenhang muss ich Daniela und Rosa-Inez in Pucallpa schreiben, überlegen, ob ich noch einmal nach Peru fliege, dafür Paris und die Premier Vision sausen lasse. Die Ideen sind umrissen. Ach, wenn nur nicht alles gleichzeitig wäre und das bei engstem Budget. Millionär gesucht!

Foto von Nele Budelmann, ihre Schreibutensilien und Zeichnung. Plane kurzfristigen Atelierbesuch.

Team-Meeting. Die Rauten-Modelle werden genäht. Ansonsten ist alles Stand-by für die Seidenstoffe. Hoffentlich gibt es keine weiteren Verzögerungen durch den Schnee. Hier oben im Norden ist bei solch einem Wetter ja gleich Ausnahmezustand. Warte auf Schnitt für neue weiße Bluse, kurz, kastig mit lässig weitem Ärmel. Wartet ab! Auch die Marlene-Hose wird überarbeitet.

Und dann muss ich irgendwo noch den Kurztrip nach Polen reinquetschen, denn am 31. Januar wird die Tante meines Mannes, die Künstlerin Hanna Rechowicz, 100 Jahre alt. Wenige Tage später findet anlässlich des Jubiläums eine Ausstellung in Warschau statt.

Was auf meiner Liste so hübsch leserlich (für mich) mit Nummern versehen sich geduldig hintereinanderreiht, ist doch eher ein riesiger Stapel. Bloß nicht hektisch werden, bloß nicht übereilen. Es kommt wie es kommt, und am Ende der Woche ist meine Aufstellung eh kaum mehr zu identifizieren, da sich alles Mögliche dazwischengeschoben hat, inkl. der Streichungen für “erledigt”.

Euch eine schöne Woche, ein Buch will ich noch zuende lesen, um es vorzustellen: “Radikale Freundlichkeit” von Nora Blum. In diesem Sinne, kommt vorbei, stöbert unter den letzten Sonderangeboten und genießt schon vorab ein paar Insides.