Inmitten von Umzug, Neuorientierung, Advent- und Weihnachtsgeschäft zwängt sich noch ein wichtiges Element aus dem Tagebuch der Peru-Reise: Das Museum Pedro de Osma im Stadtteil Barranco in Lima mit seiner einzigartigen Sammlung von “Viceregal Art”, der Kunst des spanischen Vizekönigreiches. Es umfasst die Epoche nach der Eroberung durch Pizarro 1534 bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts und besitzt eine ganz eigene Sprache und Ikonographie. Mein Besuch schließt damit eine Lücke in den so vielfältigen Eindrücken, die sich vor allem (Kunst-) historisch auf die Pre-Columbianische und Inka-Zeit konzentrierten. Über das andere schien man zu schweigen. Die Erzählungen brachen meist mit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ab.

In aller Brutalität hatten die Spanier das riesige Inka-Reich unterworfen, auf der Suche nach Gold, getrieben von Gier. Sie besaßen die besseren Waffen, sie hatten Pferde, waren geübt in der Kriegskunst. Und sie waren viele, immer mehr kamen aus dem alten Europa, brachten ihre Kultur mit, ihren Glauben, ihre Krankheiten …


Das Inka-Reich besaß zu diesem Zeitpunkt eine riesige Ausdehnung, reichte von Ecuador im Norden, über Peru, bis hinunter nach Chile und Argentinien, war administrativ straff organisiert mit einer guten Infrastruktur. Sie waren in dem Glauben, dass sie die Welt ausmachten. Trotz der Feindschaften, Rivalitäten und Bürgerkriege im Inneren zwischen den unterschiedlichen Ethnien, ahnten sie nicht die Unversöhnlichkeit des mächtigen Feindes von außen.

Mit den Soldaten kamen die Missionare und die Künstler im Auftrag der katholischen Kirche. Sie unterrichteten die Einheimischen, und daraus ist eine ganz eigene Mischung der Kulturen entstanden, die sich in der “Viceregal” Kunst zeigt: die Liebe zur ornamentalen Verzierung, die Verwendung von Gold, die naiv anmutenden Zitate aus der Natur, die Blumen, die strenge frontale Ausrichtung der Figuren.


Im Mittelpunkt steht die Cusco School of Painting, ausgehend von dem einstigen Zentrum des Inka Reiches und dem neuen, rasant sich ausdehnenden Imperium der spanischen Eroberer.

Der malerische Erzählreichtum erinnert mich an die Renaissance. Ganz nah darf man an die Bilder herantreten, jeden Pinselstrich verfolgen. Keine anderen Besucher*innen stören. Kühle sommerliche Stille herrscht in den 18 Räumen der 1906 erbauten Villa von Pedro de Osma.

Fasziniert hänge ich an den Details, den Farben und Formen, die ich in meinem Inneren abspeichere für zukünftige Kollektionen. In dieser Kunst schwingt eine Synthese mit von scheinbar unvereinbaren Welten, die eine Nation ausmachen, die Identität eines Landes: Peru.


Encyclopedia und Peru werden sich als Kombination im Frühjahr/Sommer 2026 dem Dschungel widmen. In der zweiten Hälfte des kommendes Jahres mit der Herbst-Winter Kollektion liegt der Schwerpunkt auf den Anden, mit Puma und Condor, Titicacasee, den Aymara Women, Alpaka, dem Reich der Inka und der Viceregal Kunst. Es wird aufregend. Vielleicht wird mich dann auch die Designerin Meche Correa aus Lima besuchen, deren Mode hier ihre Anleihen sucht.

Ich wünsche Euch einen geruhsamen 3. Advent. Wer Lust und Muße hat, stöbert ein wenig Online, denkt an Herrenrabatte und Mitfreu-Geschenke.
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