Der Blazer gehört fest in das Repertoire von Roma e Toska. Schon in den Anfängen als Luxus-Mädchen-Kollektion entwickelten wir kleine taillierte Jacken. Schick sahen sie aus, gaben den Kindern ein Gefühl von ernst genommen. Kein Wunder, dass solch ein Teil in vielen Ländern zur Schuluniform gehört. Er blieb ein zentrales Element auch in den Jahren danach, mal schmal und zierlich in der Silhouette, angelehnt an Charlie Chaplins “Der Tramp”, mal mit dem Revers eines Roald Amundsen, dem Eroberer des Südpols (Eisbären im Sommer, 2017) oder oversized wie eine Kurzjacke in Diamonds and other Stones (2015). Die Blazer-Modelle passten zu unseren kurzen Röcken und den langen Tütüs, der weiten Marlene Hose oder ganz lässig zur Jeans und den Shorts am Strand.

Wer hat eigentlich den Blazer erfunden?

Natürlich die Briten, wie mir Dr. Google verrät. Die hatten immer schon den Hang zu stylisch und klassisch. Trotz Zweifel an der Quellenlage war es möglicherweise Queen Victoria, die die Fregatte HMS Blazer betrat und so begeistert war von ihren Marine-Jungs, das daraus die berühmte Jacke mit dem Revers entstand.

Als sicher gilt die Herkunft des Einreihers am Ende des 19. Jahrhunderts. Er entstammt den Clubjacken der englischen Rudervereine. Die Jacken des Lady Margret Boat Club am St. John’s College in Cambridge waren leuchtend rot. Es schien, als würden sie funkeln und schimmern – to blaze!

In unserem Blazer mit den glitzernden Streifen in blau (wie Marine) und rot (wie beim Lady Margret Boat Club) vereinen sich die historischen Zitate. Bewusst knapp geschnitten haben wir meine damalige Begeisterung für Charlie Chaplin übernommen. Die Sorgfalt der einzelnen Arbeitsschritte ist in jedem Details zu sehen.

Der Blazer in dem Karo-Muster formt die Silhouette, schmeichelt unseren Kurven und verleiht uns Selbstbewusstsein. Die hochgeschlossene Variante mit dem weichen Kragen ist nur vordergründig old-school, genauso wie der enge Etui-Rock. Für mich sind sie einzeln und zusammen ein feminines (und feministisches) Statement, wie ich mit beiden Beinen auf dem Boden, attraktiv und souverän im Leben stehen möchte.

Die Fotos entstanden im Konto für junge Kunst in der Ausstellung der Südkoreanerin Nanhee Kim