Stellen wir uns vor, wir stehen von einem riesigen Adventskalender, alle Türen sind so groß, das wir hindurchwandern können. Sie sind geöffnet, machmal einen Spalt, manchmal sperrangelweit. Es leuchtet dahinter, hell oder summerig matt, aber immer ist da ein Licht. Weil es ein Adventskalender ist, müssen sich gute Sachen dadrin verstecken, kleine Geschenke, die uns ein Lächeln entlockten. Denke ich an meinen, wird mir ganz taumelig, dann höre ich das Tuten der Containerschiffe am Hafen, sehe meine vollgestopfte Poolstrasse mit dem roten Sofa …

Um den Mond habe ich ein Lasso gemalt, dort, wo jetzt unser neues Zuhause ist und die zukünftige Galerie. Was für ein verheißungsvolles Türchen. Aber es gab noch viel mehr: Falk, von maison f., dekorierte mir das Schaufenster, das Lächeln von Anita und die Reise durch Peru. Anne, die an der neuen Kollektion nähte, und Melle, die die Delfter Blusen fertigte.

Ich sehe mich im Dunkeln am Elbstrand tanzen, den Schlüssel für die Räume in der Hand haltend, Farbtafeln von Anna von Mangoldt an den Wänden: Cinderella, Palazzo, Grace, Apricot …

Ein Türchen gab es für Romas Apfel-Kreationen. Ein Türchen für ein erstes Hallo aus der Rotunde. Im Kalender fand ich den bestickten Tüll von Federico. Auch so ein besonderes Geschenk. Telefonate mit der Freundin, wir mussten uns kurz gegenseitig trösten. Das Scherzen mit Eric, der mir so tatkräftig geholfen hat in diesen Wochen.

Apfel-Kreationen von @foodiroma

Wie gut fühlte es sich an, den Kalender zu öffnen und vermisst zu werden, Zeilen zu lesen mit einer liebevollen Wertschätzung. Beinahe tägliche Nachrichten mit Zuversichts-Grüßen. Und hinter jedem Türchen steckte mindestens eine Umarmung.

Eine knarrende Schiebetür öffnete ich für die Maler, die von morgens bis abends gut gelaunt die ehemaligen Büroräume am Johannes-Brahms-Platz in ein pastell-pudriges “Rokoko-Schlösschen” verwandelten, genauso, wie ich es in meinen Träumen gesehen hatte.

Nicht “Dschungel”, sondern “Tropenwald”. Encyclopedia Frühjahr 2026.

So viel Schönes steckte in meinem riesigen Adventskalender. Und dann gab es noch die geheimen Türen hintern den Türen, die in die Zukunft weisen. Nehmt Euch heute einen Moment und macht ein ähnliches Experiment, lasst die Tage im Dezember Revue passieren. Und dann tauschen wir das Seufzen für ein Jubilieren ein. Es sind die kleinen Dinge, die sich in symbolischen Adventskalendern verbergen, um unser Leben reich zu machen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch Frohe Weihnachten, wo immer Ihr seid, wer immer an Eurer Seite ist oder nicht. “Wir sind verbunden!” Mit diesen Worten verabschiedete sich gestern Abend meine Freundin Annegret. Recht hat sie, das sind wir! Und das gehört in das breite Tor No.24.

“Nicht der Mensch bewohnt die Erde, sondern Menschen. Die Mehrzahl ist das Gesetz der Erde.” (Hannah Arendt)