Sie ist eine der größten Lyrikerinnen Europas: Inger Christensen (1935 – 2009). Im Kapitänshaus in Kampen auf Sylt lasen Dr. Josef Kleinrich, der ihr Werk verlegte, und ich aus ihrem Buch “alfabet/alphabet”. Er auf Dänisch, ich auf Deutsch. Es war ein besonderer Abend, der in Erinnerung blieb: “die aprikosenbäume gibt es, die aprikosenbäume gibt es …” Sie schrieb ein Schöpfungsgedicht von berührender Schönheit und Größe, ein “poetischer Rettungsakt”. Nun wurde es im Schauspielhaus in Hamburg auf die Bühne gebracht. Vorgestern war die Premiere.


Zur meiner linken sitzt Katrin Ribbe, die die Fotografien für das Theaterbooklet machte, auf der anderen Seite die Freundin. Auf uns lasten die privaten Sorgen, ihre Eltern, mein Mann im Krankenhaus, dazu die Welt, die nicht in Ordnung ist. Es sind diese Momente, in denen Wörter in die Seele fallen.
“Dichtung entwickelt sich wie Musik in der Zeit. In jedem Gedicht gibt es eine Abreise und eine Ankunft. Unterwegs verwandelt sich die Lesezeit des Gedichts in die eigene Zeit des Gedichts, und die Ankunft scheint auf unbestimmte Zeit verschoben.” (Inger Christensen)


Was für ein Bühnenbild, was für eine Präzision in der Gestaltung und im Spiel der Handelnden, in dem sich klirrende Sachlichkeit mit weich vorgetragener Emotionalität verbinden. Begriffe reihen sich aneinander, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, und in denen sich doch alles Dasein zusammenfasst.
“… Und als Dichterin versuche ich stets daran zu denken, dass wenn ich die Welt betrachte, gleichzeitig ein Teil der Welt sich selbst betrachtet.” (Inger Christensen)


Eine Stunde und vierzig Minuten umhüllt uns das Gesagte, Klänge, Rhythmen, Bilder. “Das Labyrinth als eine Art gemeinsamer Gedankengang, ein Möbiusband zwischen Mensch und Welt.”


Das Publikum ist begeistert, wir sind begeistert. Frenetischer Beifall. Es ist das Beste, was ich seit langem im Theater erlebt habe. Allein gehe ich zurück durch die Nacht. Anruf aus dem Krankenhaus, eine schlechte Nachricht. Ich bleibe zuversichtlich und spüre der Poesie nach.
“bisweilen geschieht es // wenn der schnee geschmolzen ist // daß alles was er verbarg // zum vorschein kommt so daß man die seele sehen kann”

Weitere Termine unter Deutsches Schaupielhaus. Das Buch “alfabet / alphabet mit Radierungen von Per Kirkeby gibt es im Verlag Kleinheinrich sowie bei Roma e Toska in der Poolstrasse und als Geschenk diesen Sonntag mit jeder Bestellung ab € 300.
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KARO GODET ROCK, MULTI
€698,00 inkl. Mwst. -
GROSSES APFELSORTEN TUCH, MULTI
€249,00 inkl. Mwst.




das sind ja wunderbare Gedanken in Worten. Da freue ich mich ja auf meine Vorstellung jetzt am Donnerstag. Einen schönen Sonntag Dir und die besten Genesungswünsche an Deinen Mann. Ilgard
Liebe Ilgard, schau doch bei uns vorbei. Wir haben das Buch und wenn auch nicht die Aprikosen, aber die Äpfel.